Aus gegebenem Anlass möchten wir, die Gemeindevertreter*innen der fünf Fraktionen, die eine Abwahl von Bürgermeister Robert Wagner anstreben, noch einmal folgendes klarstellen:

• Entgegen der Behauptungen seiner Unterstützer führen wir keine persönliche Kampagne gegen Herrn Wagner. Vielmehr verstehen wir es als unsere Aufgabe als gewählte Gemeindevertreter*innen weiteren Schaden von der Gemeinde, ihren Bürger*innen und ihren Mitarbeiter*innen fernzuhalten. Dafür wurden wir gewählt.

• Von den 28 Gemeindevertreter*innen, die derzeit ein Mandat innehaben, haben 24 Herrn Wagner bei seiner Wahl im Jahr 2018 unterstützt. Jeder Einzelne hatte die Hoffnung, dass unsere Gemeinde wieder mit dem neuen „Wir-Gefühl“ in Schwung kommt. Leider mussten wir nach 15 Monaten erkennen, dass das Gegenteil eingetreten war.

• Herr Wagner hat in seiner Amtsführung sehr viele handwerkliche Fehler gemacht. Letztlich ist es nicht der eine Fehler, der uns zu diesem Schritt bewogen hat, sondern die Anzahl der Fehler und der Umgang von Herrn Wagner mit diesen Fehlern. Herr Wagner ist beratungsresistent und nicht kritikfähig.

• Die Vorwürfe und Gerüchte von Herrn Wagner und seiner Unterstützer über Eigeninteressen und Klüngel der Gemeindevertreter*innen, die seine Abwahl forcieren, sind unbegründet und haltlos. Bis heute wurde kein einziger Fall konkret benannt. Es gab auch keinerlei strafrechtliche Untersuchungen. Es handelt sich ausschließlich um üble Nachrede und Populismus, wie es heutzutage zur Erreichung politischer Ziele gerne genutzt wird.

• Die gestreuten Gerüchte über die Höhe der Kosten einer Abwahl sind ebenfalls nicht richtig. Es ist unstrittig, dass die Gemeinde dafür Geld aufwenden muss. Wir sind aber überzeugt davon, dass ein weiteres Handeln und Wirken von Herrn Wagner die Gemeinde wesentlich mehr kosten wird. Außerdem wird dabei die Information unterschlagen, dass Herr Wagner von der Bundeswehr für seine Dienstzeit als Bürgermeister freigestellt worden ist und seine Stelle dort anschließend wieder antreten kann. Die Gemeinde zahlt lediglich die Differenz zu seinen Bezügen als Bürgermeister bis zum Ende seiner regulären Amtszeit, die ca. 240.000 Euro beträgt.

• Im Falle einer Fortsetzung seiner regulären Amtszeit und Bewerbung um eine weitere Amtszeit bei der nächsten Bürgermeister-Wahl erwirbt Herr Wagner Pensionsansprüche in Millionenhöhe – völlig unabhängig davon, ob er die Wahl gewinnt oder verliert. Er muss lediglich die Formalien erfüllen und wieder zur Wahl antreten. Diese Pensionsansprüche trägt auch unsere Gemeinde und werden diese bereits unmittelbar nach Ablauf der regulären Amtszeit bis an sein Lebensende belasten.

• Auch die Vorwürfe der Wahlmanipulation in diversen Anzeigen von Privatpersonen, die offensichtlich Herrn Wagner unterstützen möchten, sind so nicht richtig. Die Gemeindevertretung hat die Stellungnahme der Gemeindevertretung, die den Wahlunterlagen beigefügt war, per Mehrheitsbeschluss gefasst. Auch beim Bürgerentscheid zur Sanierung des Eissport- und Tenniscentrums sind die Befürworter eines Neubaus ohne Stellungnahme geblieben und haben sich darüber nicht beschwert oder gar von Wahlmanipulation gesprochen.

• Das Interview und der Brief von Herrn Hunke in der örtlichen Presse sind für einen Zweitwohnungsbesitzer, Investoren und selbsternannten Mäzen äußerst fragwürdig. Unsere fünf Fraktionen haben Herrn Wagner deutlich mitgeteilt, dass ein Verkauf des Grundstückes der Lesehalle nicht in Betracht kommt. Auch dies hat Herr Wagner ignoriert und trotzdem Herrn Hunke im Ausschuss sein Projekt vorstellen lassen sowie Gespräche für die Erweiterung der Baufläche und einen Grundstückstausch mit Nachbarn geführt. Es scheint so, als ob Herr Hunke ein weiteres Baudenkmal in unserer Gemeinde platzieren möchte.

Wir wehren uns gegen einen Ausverkauf unserer Gemeinde und den Verlust idyllischer Orte und Plätze, die diesen Wohn- und Urlaubsort so besonders machen. Wir haben Angst, dass unsere Gemeinde nach der Amtszeit von Herrn Wagner einen schweren, irreparablen Schaden genommen hat, den wir heute mit seiner Abwahl noch abwenden können. Dies treibt uns an.